Tauchen nach den Perlen der Emerging Markets

Am nachhaltigen Wachstum der Schwellenländer können Investoren durch zahlreiche Anlagemöglichkeiten teilhaben. Speziell Gesundheitsinvestments bieten Chancen, von attraktiven Nischenmärkten und dem Trend der fortschreitenden Symbiose von Technologie und Gesundheit zu profitieren.

Spätestens seit Anfang des neuen Jahrtausends und der Geburt der Bezeichnung BRIC – das Synonym für Brasilien, Russland, Indien und China – sind Schwellenländer in aller Munde und als Motor der Gesamtwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Über 6,5 Milliarden Menschen und damit über 85 % der Gesamtbevölkerung leben in Schwellenländern und tragen, gemessen am BIP, mehr als 40 % zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei – Tendenz steigend. Unlängst hat sich neben BRIC auch die Bezeichnung MIST gesellt, die stellvertretend für die Länder Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei steht und deren Wachstumsdynamik in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat. Für Anleger sind Investments aus Schwellenländern unabdingbar, um am nachhaltigen Wachstum, dem demografischen Wandel und an der rasant wachsenden Technologisierung zu partizipieren. Nicht zuletzt durch die niedrigeren Korrelationen zu entwickelten Märkten sind sie als Diversifikationsbaustein aus vielen Portfolios nicht mehr wegzudenken.

Aufholpotenzial zu entwickelten Ländern

Speziell der Gesundheitsmarkt bietet Anlegern, die in Schwellenländern investieren wollen, Chancen. So zeichnet sich das Aufholpotenzial zu den entwickelten Ländern in den Gesundheitsausgaben der Schwellenländer in Relation zum BIP ab. Geben die USA etwa 17 % des BIPs für Gesundheit aus, sind es in den meisten Schwellenländern deutlich unter 10 %. Die ärztliche Versorgung in Entwicklungsländern birgt ebenfalls deutliches Potenzial nach oben. So betreuen in Brasilien im Schnitt 2,1 Ärztinnen und Ärzte 1.000 Einwohner, während es in OECD-Ländern 3,4 sind. Bei steigendem Wohlstand und fortschreitender Entwicklung ist von einer Angleichung auszugehen und Investments in Gesundheit dürften zunehmen.

Gesundheitsmarkt: Attraktive Nischen

Gesundheitsinvestments in Schwellenländern haben oft einzigartige Alleinstellungsmerkmale und bedienen attraktive Nischenmärkte. So operiert zum Beispiel das costa-ricanische Unternehmen Establishments Labs als globales Unternehmen für Hightech-Medizinprodukte und Ästhetik. Es verantwortet die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von silikongefüllten Brust- und Körperimplantaten in einem relativ unelastischen Nachfrageumfeld nach Brustrekonstruktion bedingt durch Mastektomie (Amputation). Nach Rückrufen von Wettbewerberimplantaten ist die Motiva-Linie die einzige auf dem Markt verbliebene, die durch Studien die Sicherheit des Produktes nachgewiesen hat. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal kann sich das Unternehmen von Wettbewerbern abheben und Großteile des Gesamtmarktes für sich beanspruchen. Auch das ungarische Unternehmen Gedeon Richter mit Fokus Osteuropa bedient insbesondere die Nische Frauengesundheit und hat mit der Übernahme der Hormonpflaster-Sparte von Johnson & Johnson die Spezialisierung auf Gynäkologie voranbringen können.

Symbiose von Technologie und Gesundheit

Mit einem Investment in Schwellenländer partizipiert der Anleger zudem am Trend der steigenden Symbiose aus Technologie und Gesundheit. Vor allem asiatische Unternehmen weisen Alleinstellungsmerkmale auf und bieten oft einzigartige Opportunitäten, an der rasant wachsenden Digitalisierung in der Gesundheitsbranche teilzuhaben. Das Unternehmen Ping An Healthcare aus China betreibt eine mobile Plattform für Online-Konsultationen und Gesundheitsmanagement. Es ermöglicht mit seiner Technologie Zugang zu Gesundheitsdiensten in China und schafft Effizienz in dessen Gesundheitsmarkt. Digitale Anwendungen für jedermann lassen die Bedeutung der Gesundheit in der Bevölkerung steigen. Prävention wird ebenfalls zunehmend wichtiger und lässt den Krankheitsmarkt, ähnlich wie in den entwickelten Ländern, auch in den Schwellenländern mehr und mehr zu einem Gesundheitsmarkt werden.

Fokus auf lokale Player

Für eine Direktinvestition in heimische Unternehmen spricht dabei, dass sich lokale Player in ihrem heimischen Umfeld besser entfalten können. Etablierte Unternehmen der entwickelten Welt haben es in der Regel schwer, direkt über eigene Anstrengungen Märkte in Schwellenländern zu erschließen. Oft sind gesetzliche, kulturelle und soziale Hürden zu hoch für ein Direktinvestment. Häufig fehlt ihnen auch das Know-how, bestimmte Nischen und Märkte zu bedienen.