Ähnlich wie im Jahr 2025 wurden die Kapitalmärkte im ersten Quartal 2026 maßgeblich von geopolitischen Entwicklungen geprägt. Nach einem zunächst konstruktiven Marktumfeld in den ersten beiden Monaten des Jahres bestimmte der Iran-Krieg das Marktgeschehen im März. Dies führte zu erhöhten konjunkturellen Unsicherheiten. Zwar verzeichneten die Volkswirtschaften in den USA, der Eurozone und Japan im ersten Quartal ein Wachstum. Die weiteren Erwartungen hinsichtlich der Wirtschaftsdynamik und Inflation hängen jedoch wesentlich von der Dauer des Konflikts sowie der Entwicklung der Ölpreise ab. Im Fokus steht dabei insbesondere die Schließung und Kontrolle der Straße von Hormus durch den Iran. Hinzu kamen wechselseitige Angriffe auf Öl- und Gasinfrastruktur – einschließlich Raffinerien und Pipelines – durch Israel, die USA und den Iran, die längerfristige Auswirkungen auf die Ölpreise haben dürften: Brent-Rohöl notierte zuletzt bei etwa 104 US-Dollar, West Texas Intermediate-Rohöl bei etwa 101 US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von rund 58 % bzw. 55 % gegenüber dem Vorkriegsniveau.
Vor diesem Hintergrund haben die Korrelationen praktisch aller gängigen Anlageklassen zugenommen. Sowohl Aktien- als auch Anleihemärkte verzeichneten im Zuge des Konflikts mitunter deutliche Kursrückgänge und konnten die positive Entwicklung der ersten beiden Monate nicht fortsetzen.
Die Aktienmärkte konnten sich bis zum Ausbruch des Iran-Krieges positiv entwickeln. Insbesondere Schwellenländer, japanische und europäische Aktien lagen zunächst deutlich im Plus, verloren aber seitdem massiv an Boden, so dass der MSCI World ACWI zum Ende des Quartals in Euro ca. 1 % im Minus notierte. US-Aktien zeigten sich dabei im Abverkauf etwas widerstandsfähiger als europäische und japanische Aktien, notierten zum Ende des Quartals aber ebenso wie europäische Titel im Minus. Japanische Aktien und solche aus Schwellenländern entwickelten sich im ersten Quartal insgesamt noch leicht positiv.
Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sowie von US-Staatsanleihen stiegen um etwa 35 Basispunkte auf rund 3,0 % bzw. 4,3 % und liegen damit etwa 15 Basispunkte über dem Niveau zu Jahresbeginn. Entsprechend verzeichneten die Anleihen Kursverluste. Auch die Risikoaufschläge zogen an.
Abhängig von der weiteren Entwicklung des Konflikts erscheint ein Anstieg der Gesamtinflation im Bereich von 0,6 % bis 1,4 % sowie der Kerninflation von 0,2 % bis 0,5 % plausibel. Die Zinserwartungen haben sich entsprechend deutlich verschoben: Für die USA sind derzeit keine weiteren Zinssenkungen für 2026 eingepreist, nachdem zuvor noch zwei Zinsschritte der US-Notenbank Fed erwartet wurden. Im Euroraum hingegen werden inzwischen rund drei Zinserhöhungsschritte für das Jahr antizipiert, während bis zum Kriegsbeginn noch keine Straffung erwartet worden war. Die Kombination von steigenden Inflationserwartungen und steigenden Renditen an den Anleihemärkten führte zum Ende des Quartals auch zu deutlichen Kursrückgängen bei Edelmetallen wie Gold und Silber, nachdem diese stark ins Jahr gestartet waren. Der US-Dollar zählte zu den wenigen Profiteuren des Konflikts und wertete gegenüber dem Euro von 1,18 auf etwa 1,15 auf.
Gerade in einem Krisenumfeld, wie wir es derzeit wieder erleben, ist es wichtig, den Blick nicht zu sehr auf das aktuelle Tagesgeschehen zu verengen:
„Märkte sind immer wieder von Krisen geprägt, verfügen jedoch zugleich über eine langfristige Erholungsfähigkeit. […] „Entscheidend ist, […] vorbereitet zu sein – mit klaren Prozessen, einem breit aufgestellten Portfolio und der Disziplin, auch in herausfordernden Phasen handlungsfähig zu bleiben.“ Marc Momberg, Leiter Portfoliomanagement
Daraus ergibt sich eine zentrale Konsequenz für die Kapitalanlage:
„Langfristig investiert zu bleiben ist kein passives Ausharren, sondern eine aktive Entscheidung für einen systematischen, resilienten Investmentansatz.“ Marc Momberg, Leiter Portfoliomanagement
Mit anderen Worten: Wer kurzfristige Verwerfungen aushält und konsequent an einer durchdachten Strategie festhält, schafft die Voraussetzungen, um die Erholungskräfte der Märkte nachhaltig zu nutzen.
Einen ausführlichen Fachbeitrag von Marc Momberg zum Thema finden Sie unterhttps://www.fundresearch.de/fonds/die-krisenformel-fuer-raue-maerkte.php.
Der Gesundheitssektor im aktuellen Marktumfeld
Vor dem aktuellen makroökonomischen Hintergrund konnten sich auch traditionell defensive Sektoren nicht vollständig von den übergeordneten Marktdynamiken entkoppeln. Der Gesundheitssektor liegt im Jahresverlauf hinter dem breiten Markt zurück. Innerhalb des Sektors entwickelte sich Pharma am stärksten, während Biotechnologie in etwa auf dem Niveau des breiten Marktes lag. Medizintechnologie, Gesundheitsdienstleister und Laborausstatter verzeichneten hingegen Verluste.
Gleichzeitig eröffnen die aktuellen Marktverwerfungen selektive Chancen innerhalb des Sektors:
„Trotz zuletzt heftiger Schwankungen im Gesundheitssektor: Attraktive Bewertungen, starke Innovationskraft und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz sprechen aus unserer Sicht nach wie vor für langfristiges Wachstum.“ Andreas Scharf, Portfoliomanager
Für langfristig orientierte Investoren ergibt sich daraus ein differenziertes Bild auf den Gesundheitsmarkt mit Potenzialen jenseits kurzfristiger Marktbewegungen.
Ein ausführliches Interview mit Portfoliomanager Andreas Scharf zum Thema finden Sie unterhttps://www.apoasset.de/einblicke/apo-manager-scharf-die-gewinne-im-gesundheitssektor-wachsen-staerker-als-im-breiten-markt/.
Stand: 21.04.2026