Der Gesundheitssektor war in diesem Jahr zunächst hinter dem breiten Aktienmarkt zurückgeblieben, der vor allem durch Tech-Titel getrieben war. Die Kurse spiegelten vor allem die politischen Unsicherheiten im US-Gesundheitswesen, trotz starker Geschäftsmodelle und Innovationen. Doch Pharma, Biotechnologie und Gesundheitsdienstleister gewannen zuletzt wieder an Stärke.

Unsicherheit ist nun weitgehend eingepreist

Die politischen Risiken dürften im Zuge der anstehenden Midterm-Wahlen besser einschätzbar werden, auch wenn sie nicht verschwinden werden. Viele Belastungsfaktoren erscheinen inzwischen in den Bewertungen berücksichtigt. Dadurch sollten Unternehmensqualität, Innovationskraft und Bewertung im zweiten Halbjahr wieder stärker in den Fokus rücken. Dort liegen die eigentlichen Stärken des Gesundheitssektors. Damit stehen Gesundheitsaktien vor einer interessanten neuen Phase.

KI im Gesundheitswesen: Mehr als ein Tech-Thema

Der KI-Boom wird an der Börse vor allem mit großen Tech-Unternehmen verbunden. Doch auch der Gesundheitssektor kann davon sehr profitieren. In der Medikamentenentwicklung können datenbasierte Verfahren helfen, Wirkstoffkandidaten schneller zu identifizieren und klinische Studien effizienter zu planen. Unternehmen wie IQVIA oder Veeva Systems stehen beispielhaft für digitale Infrastruktur, Datenmanagement und Software im Gesundheitswesen.

Auch in Diagnostik, Forschung und Versorgung entstehen neue Anwendungen. Healthcare ist damit langfristig kein Verlierer des KI-Trends, sondern einer seiner wichtigsten Anwendungsräume, aber mit medizinischer Substanz, langfristigem Bedarf und häufig moderateren Bewertungen.

Wer ein Gegengewicht gegen eine mögliche KI-Blase sucht, findet bei Gesundheitsaktien einen interessanten Sonderfall. Healthcare profitiert selbst von KI, wurde vom Bewertungsboom vieler Technologiewerte aber bislang kaum erfasst. Dadurch eröffnen sich interessante Möglichkeiten.

Pharma, Biotech, Medtech: Wo Healthcare spannend bleibt

Gesundheit ist kein homogener Markt. Pharma, Biotechnologie und ausgewählte Medizintechnik und Dienstleister bleiben auch in diesem Jahr besonders relevant. Unternehmen wie Novo Nordisk, AbbVie, Eli Lilly oder Vertex Pharmaceuticals, aber auch viele kleine und mittelgroße Unternehmen stehen für starke Forschung und klare Wachstumstreiber.

In der Biotechnologie zeigen Beispiele wie Genmab, Ascendis Pharma, Insmed oder Structure Therapeutics, wie breit die Innovationslandschaft geworden ist. Spezialisierte Gesundheitsunternehmen wie Lonza, CSL oder Fresenius stehen beispielhaft dafür, wie breit der Gesundheitssektor ist: von biopharmazeutischer Produktion über komplexe Therapien bis zu klinischer Infrastruktur und Versorgung.

Anders ist die Lage aktuell bei Managed Care und Krankenhäusern. Unternehmen wie Elevance Health zeigen zwar, dass auch dort positive Entwicklungen möglich sind. Zugleich bleiben sie stärker von politischen und regulatorischen Eingriffen in den USA abhängig.

Ausblick

Gesundheitsaktien wachsen langfristig vor allem durch Innovationen, demografischen Wandel und den konstant wachsenden Bedarf. Die Politik kann das temporär überlagern. Doch wenn politische Risiken besser einschätzbar werden, kann der Markt wieder stärker zwischen kurzfristigem Lärm und langfristigem Wert unterscheiden. Der zentrale Punkt: Healthcare verbindet technologisches Potenzial mit einer stabilen Nachfrage und könnte gerade deshalb interessant werden, wenn Anlegerinnen und Anleger nach Substanz jenseits des KI-Hypes suchen.

„Healthcare: Chancen im zweiten Halbjahr“

Mehr dazu im FinanceNewsTV-Interview mit Kai Brüning

Kai Brüning

Kai Brüning

Senior Portfoliomanager Healthcare bei der Apo Asset Management GmbH (apoAsset)
Kai Brüning ist Senior Portfoliomanager Healthcare mit Schwerpunkt Gesundheitsfonds bei der Apo Asset Management GmbH (apoAsset). Er verfügt langjährige Investment-Erfahrung im weltweiten Gesundheitsmarkt. Unter anderem war er vorher tätig für ADIG Investment, Cominvest und Deka Investment. Kai Brüning ist Diplom-Kaufmann und DVFA Investment Analyst und wurde mehrfach ausgezeichnet.

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Über die Apo Asset Management GmbH

Als Fondsanlagegesellschaft vereint die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) die Kernkompetenzen Gesundheitsfonds und Multi-Asset-Lösungen. Seit 1999 entwickelt und managt das Unternehmen Fonds und Investment-Lösungen für die private und institutionelle Geldanlage und wurde dafür vielfach ausgezeichnet. Gemeinsam mit beteiligten Unternehmen verwaltet apoAsset ein Anlagevermögen von rund 4 Mrd. Euro. Ihre Multi-Asset-Fonds schöpfen aus einem globalen Netzwerk mit rund 400 Fondsgesellschaften. Die Gesundheitsfonds profitieren von einem breiten interdisziplinären Kompetenznetzwerk. Dazu gehören die Fondsmanagement-Teams der apoAsset und Medical Strategy GmbH, ein wissenschaftlicher Beirat sowie die Gesellschafter Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de.