Krisensymptome verändern sich, Muster bleiben

Die Auslöser großer Marktbewegungen unterscheiden sich von Krise zu Krise, ob Dotcom-Blase, Finanzkrise, Pandemie oder aktuelle geopolitische Eskalationen. Die grundlegenden Mechanismen ähneln sich jedoch, wie in diesem Jahr im Kontext des Iran-Kriegs. Märkte reagieren regelmäßig mit Übertreibungen, einseitigen Positionierungen und sprunghaft steigender Unsicherheit. Deshalb reicht der Blick auf Indizes, Schlagzeilen und Prognosen allein meist nicht aus. Wichtiger ist es, Portfolios strukturell auf verschiedene mögliche schwierige Marktphasen vorzubereiten. Resilienz entsteht nicht durch die Vorhersage der nächsten Krise, sondern durch die bewusste Kombination unterschiedlicher Renditetreiber. Dazu gehört auch die Kontrolle der verschiedenen Risikoquellen, um jederzeit handlungsfähig zu bleiben.   

Tieferliegende Unsicherheiten

Derzeit gibt es an den Märkten mehrere Bewegungsmuster, die sich überlagern und damit entweder kurzfristig aufheben oder gegenseitig verstärken können. Zudem führt die gestiegene Rolle des automatisierten Handels und des optionsmarktgetriebenen Orderflows dazu, dass Märkte heute weitaus dynamischer auf neue Nachrichten reagieren als früher. Geopolitische Konflikte wie derzeit im Nahen Osten und in Osteuropa zeigen immer wieder Abhängigkeiten in einer stark verflochtenen Weltwirtschaft, die unterschiedliche Regionen jeweils unterschiedlich stark belasten. Ein weiterer Faktor ist die Index-Dominanz einzelner Sektoren, wie derzeit die von KI- und Tech-Aktien. Die hohen Bewertungen und immensen Investitionen der Tech-Konzerne werden bislang von sehr hohen Wachstumserwartungen und Cashflows getragen. Die Konzerne und Marktteilnehmer erhoffen sich daraus stark steigende Gewinne in der Zukunft. Sollten jedoch Zweifel an der Realisierbarkeit der Gewinnerwartungen aufkommen, kann schnell ein Teufelskreis einsetzen, wie schon in früheren Marktphasen, zum Beispiel beim Platzen der Internetblase. Verlangsamte Wachstumsaussichten führen dann zu fallenden Erwartungen. Investitionen werden in Frage gestellt, Projektkosten steigen, während der Nutzenzuwachs der KI-Anwendungen im Vergleich zu deutlich steigenden IT-Kosten als bisher in Frage gestellt wird.

An der Börse entscheidet auch die Stimmung

Dass diese Entwicklungen nicht nur Privatanleger beunruhigen können, zeigten zuletzt auch die Warnungen der EZB vor möglichen Marktverwerfungen. Zwischenzeitliche Korrekturen können zwar gesund sein. Entscheidend ist dabei aber häufig, wie einseitig die breite Masse an der Börse zu dem Zeitpunkt positioniert ist. Solange unterschiedliche Meinungen im Markt vorhanden sind, wirkt das stabilisierend. Problematisch wird es, wenn Euphorie dominiert und sich gleichzeitig im Untergrund viele Indikatoren verschlechtern. Zum Beispiel könnten sich Belastungen wie hohe Energiepreise, steigende Zinskosten und zunehmende Unsicherheiten durch den rasanten Wandel in der Arbeitswelt als Belastungsfaktoren in der Konsumentenstimmung verstärken. Wenn dann durch einen Auslöser die Stimmung an den Märkten kippt, sind schnell empfindliche Verluste möglich. Gerade in solchen Zeiten werden deshalb eine diversifizierte, flexible Portfolioaufstellung und die Bereitschaft, antizyklisch zu handeln, wichtiger. Wer in mehreren Schritten bei fallenden Kursen investiert oder nahe neuer Höchststände Risiken sukzessive reduziert, bleibt flexibler als jene, die versuchen, Wendepunkte exakt vorherzusagen. Für die langfristige Geldanlage ist diese Disziplin oft wichtiger als die perfekte Marktprognose, die es ohnehin nicht geben kann.

Liquidität kann plötzlich zentral werden

Ein unterschätzter Faktor in solchen Phasen ist oft Liquidität. Die Erfahrung zeigt, dass selbst große Märkte oder Werte plötzlich schwer handelbar werden können. Spreads weiten sich dann deutlich aus, Limits werden nicht ausgeführt oder gerissen und Marktorders werden plötzlich zu deutlich anderen Kursen ausgeführt, als eben noch auf dem Schirm sichtbar waren. Auch ETFs oder Fonds können illiquide werden und zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen, der andere Marktbewegungen verstärken kann. Deshalb spielt operative Flexibilität im Multi-Asset-Management eine zentrale Rolle. Neben Zielfonds und ETFs nutzen die Multi-Asset-Fonds der apoAsset daher zum Beispiel Futures sowie Aktien- und Renten-Einzeltitel, um in den Portfolios mehrere Handlungsoptionen zu haben. Auch in den Auswahlprozessen werden Überlegungen zu Stressphasen und möglichen Liquiditätsengpässen bereits berücksichtigt.

Die Resilienz-Formel für Multi-Asset-Strategien

Diversifikation bedeutet heute weit mehr als die klassische Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen. Multi-Asset-Strategien kombinieren verschiedene Anlageklassen, Regionen, Investmentstile, Unternehmensgrößen, Branchen, bei Anleihen unterschiedliche Emittenten, Laufzeiten und Bonitäten, auch alternative Strategien, Rohstoffe oder Edelmetalle – jeweils abgestimmt auf das angestrebte Rendite-Risiko-Profil. Ziel ist nicht die Vermeidung von Schwankungen, sondern eine robustere Geldanlage über unterschiedliche Marktphasen hinweg. Ein Multi-Asset-Portfolio darf nicht davon abhängen, dass ein einzelnes Thema dauerhaft alle Erwartungen erfüllt. Konzentrationsrisiken aktiv zu managen, gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben im Portfoliomanagement. Dafür ist es notwendig, mögliche Risiken zu verstehen und sich breit genug aufzustellen, so dass man den nächsten Sturm übersteht, egal aus welcher Richtung er kommt. Aktive und liquide Multi-Asset-Strategien sind somit ein wichtiges Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau und Vermögenserhalt, sowohl in der privaten Geldanlage als auch in institutionellen Portfolios.

Portfolio-Resilienz: So bleiben Multi-Asset-Portfolios in unsicheren Märkten robust

Marc Momberg

Marc Momberg

Leiter Portfoliomanagement bei der Apo Asset Management GmbH (apoAsset)
Marc Momberg ist seit 2018 Leiter Portfoliomanagement und seit 2003 bei der Apo Asset Management GmbH als Portfoliomanager mit Schwerpunkt Multi-Asset-Fonds tätig. Seit Januar 2012 leitete er zunächst den Dachfondsbereich und war seit 2014 stellvertretender Leiter Portfolio Management. Vor seiner Tätigkeit bei apoAsset arbeitete er im Bereich Produktschulung (Investmentfonds) für die VGH Versicherungen und in der Fondsanalyse bei tecis Asset Management GmbH. Marc Momberg verfügt über einen Abschluss als Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH). Er diente 30 Jahre als Reserveoffizier der Bundeswehr und hatte zuletzt den Rang eines Majors inne. Er wurde in den letzten Jahren mehrfach von Citywire als einer der 100 einflussreichsten Fondsselektoren Europas ausgezeichnet.

Bei Fragen oder Interview-Wünschen wenden Sie sich bitte an:

Lars Haugwitz, GFD – Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH,
Telefon +49 (0)69 97124734, E-Mail Haugwitz@gfd-finanzkommunikation.de

Andreas Grotz, apoAsset, Telefon +49 (0)211 8632310, E-Mail presse@apoasset.de

Apo Asset Management GmbH

Als Fondsanlagegesellschaft vereint die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) die zwei Kernkompetenzen Gesundheitsfonds und Multi-Asset-Lösungen. Seit 1999 entwickelt und managt das Unternehmen Fonds für die private und institutionelle Geldanlage und wurde dafür vielfach ausgezeichnet. Gemeinsam mit beteiligten Unternehmen verwaltet apoAsset ein Anlagevermögen von rund 3,8 Mrd. Euro (Stand 30.04.2026). Ihre Multi-Asset-Fonds schöpfen aus einem globalen Netzwerk mit rund 400 Fondsgesellschaften. Die Gesundheitsfonds profitieren von einem breiten interdisziplinären Kompetenznetzwerk. Dazu gehören die Fondsmanagement-Teams der apoAsset und Medical Strategy GmbH, ein wissenschaftlicher Beirat sowie die Gesellschafter Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de.